david stern
Titel Orte des Novemberpogroms 1938 in Innsbruck
 
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FALKSTRASSE - Stadtteil Saggen
 

Falkstraße 18

Hausnummer Falkstrasse 18
 

Richard Schwarz, ein Mitteilhaber des ehemaligen Kaufhauses "Bauer & Schwarz", wohnte mit seiner Frau Magda, geb. Adler und deren Kindern Erika und Viktor sowie Wilhelm Adler, dem Vater von Magda im ersten Stock der Villa Magda in der Falkstraße 18.

In der Pogromnacht drangen NS-Schergen in die Wohnung ein und misshandelten Richard Schwarz. Zwei weitere Gestapomänner, unter ihnen Ferdinand Obenfeldner, observierten auf der Straße das Geschehen und nahmen anschliessend den schwer zugerichteten Vater und seinen 16jährigen Sohn Viktor in "Schutzhaft". Wilhelm Adler blieb unversehrt, da er über den Balkon flüchten konnte.

Falkstrasse 18

Jänner 2008 © Thomas Kleissl

 

Ilse Adler und ihre Mutter Alice wohnten in der Maria Theresien Straße 33, wo sie in jener Nacht aufgesucht wurden. Wilhelm und Alice Adler wurden im Dezember 1941 nach Riga deportiert und dort ermordet.

Erika Schwarz war bereits im März 1938 nach Paris geflüchtet, wo sie für ein Jahr als Au-pair arbeitete. 1939 ging sie nach Manchester. Dort warteten bereits ihre Eltern und ihr Bruder auf sie. 1946 heiratete sie nach Palästina (verh. Shomroni) und wurde Kindergärtnerin und Blumenarrangeurin. Viktor Schwarz wurde Biochemiker an der medizinischen Fakultät der Universität Manchester.

Im Mai 2011 wurde Judith Shomroni, geborene Erika Schwarz mit dem "Verdienstkreuz der Stadt Innsbruck" ausgezeichnet.

 

Falkstraße 19

F19
 

Dr. Max Gerber und seine Frau Berta, geb. Lipcowitz hatten zwei Kinder - Elisabeth und Kurt - und lebten in der Falkstraße 19.  Dr. Gerber war im Ersten Weltkrieg Stabsarzt eines Feldlazaretts,  von 1920 bis 1938 als praktischer Arzt und Neurologe mit einer Praxis in der Wilhelm Greil Straße 4 in Innsbruck tätig und prominentes Mitglied der jüdischen Kultusgemeinde. Durch einen Wohnungswechsel entgingen sie den Vergeltungsaktionen in der Pogromnacht.

Das Ehepaar übersiedelte nach Wien und anschließend flüchteten sie zur Tochter nach Argentinien. Kurt war bereits im September 1938 nach Wien und dann mit einem Kindertransport nach England geschickt worden.

Falkstrasse 19

November 2008 © Thomas Kleissl

 

Stadtrundfahrt

 

update 04.01.2014

 

 

 
Literatur: Martin Achrainer

- Das Pogrom-Denkmal, in: Gabriele Rath / Andrea Sommerauer / Martha Verdorfer (Hg.), "Bozen Innsbruck - zeitgeschichtliche stadtrundgänge", Folio Verlag 2000, S 85 - 89

Christoph W. Bauer

- "Die Blumen, die Liebe, das Schöne - Mit Judith Shomroni in Givat Shapira", in: Die zweite Fremde - Zehn jüdische Lebensbilder, Haymon Verlag Innsbruck-Wien 2013, S 82-100

Christian Mathies

- "Immer auf der Seite der Demokratie?" - Überlegungen zur Kontroverse um die NS-Vergangenheit von Ferdinand Obenfeldners, in: Lisa Gensluckner, Monika Jarosch, Horst Schreiber, Alexandra Weiss (Hg.) - Gaismair-Jahrbuch 2008 - Auf der Spur, StudienVerlag 2007, S. 42-50

Horst Schreiber

- Jüdische Geschäfte in Innsbruck - Eine Spurensuche, Projekt des Abendgymnasiums Innsbruck; Tiroler Studien zu Geschichte und Politik 1, Michael-Gaismair-Gesellschaft (Hg.) , StudienVerlag 2001, S 97

Gad Hugo Sella

- Die Juden Tirols - Ihr Leben und Schicksal, Israel 1979

 

Quelle: http://www.hohenemsgenealogie.at/gen/getperson.php?personID=I2503&tree=Hohenems - Visit 28.08.2013

 

 

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