david stern
Titel Orte des Novemberpogroms 1938 in Innsbruck
 
Navigation Home
Navigation Novemberpogrom
Navigation Stadtrundfahrt
Navigation Täterkreis
Navigation Literatur
Navigation Projekt
Navigation Personenregister
Navigation Gästebuch
nav_aktuelles
Navigation Kontakt

 

Projekt / Reaktionen / Updates

Projekt

Entstehung

Im Kapitel "Tirol und die Juden" von Gretl Köfler in dem 1988 im Haymon Verlag erschienenen Buch < Tirol und der Anschluss > las ich 1998 erstmals über die Ereignisse der "Reichskristallnacht" vom 9. / 10. November 1938 in Innsbruck. Mir vertraute Orte bzw. Stadtteile bekamen plötzlich eine historische Bedeutung bzw. ein anderes Gesicht.

Ich bin Jahrgang 1967, römisch-katholisch aufgewachsen in Jenbach und wohnte in unmittelbarer Nachbarschaft zum "Reitlinger-Haus". Ing. Friedrich Reitlinger und seine Tochter Johanna begingen im März 1938 Selbstmord, nachdem sie von Nationalsozialisten in ihrem Haus festgehalten wurden. Er war Besitzer der "Jenbacher Berg- und Hüttenwerke", Präsident der Tiroler Industriellenvereinigung, Vizepräsident der Tiroler Wirtschaftskammer und Gründer eines Rotary Clubs in Innsbruck. Über das Leben von Ing. Friedrich Reitlinger und seiner Tochter wurde im Geschichtsunterrricht geschwiegen - damals vermittelte Geschichte hatte so gut wie keinen Regionalbezug.

Weitere Aspekte für die Entstehung dieses Projekts waren ein nachhaltiger Besuch einer Aufführung von Joshua Sobol´s Theaterstück < Ghetto > im Tiroler Landestheater im Dezember 1998 unter der Regie von Dietrich W. Hübsch sowie meine damals beginnende Auseinandersetzung mit dem Medium Internet. So entstand langsam die Idee, die Orte der Schauplätze des Novemberpogroms 1938 zu fotografieren und die Ereignisse kurz zu beschreiben. Im Jänner 2000 wurde die erste Version im Internet veröffentlicht und seitdem von Zeit zu Zeit erweitert.

Da ich kein Historiker bin, habe ich nicht den Anspruch eine wissenschaftliche Arbeit zu präsentieren, sondern es geht mir um den Prozess des Sichtbarmachens und das Schaffen eines Ortes bzw. Raumes der Erinnerung.

Aufgrund der positiven Reaktionen v.a. von überlebenden Nachkommen habe ich begonnen, mir zur Verfügung gestellte Fotos der jüdischen Familienmitglieder in das Projekt zu integrieren.

Die Gestaltung, Betreuung und Finanzierung der Homepage obliegt meiner Person. 2013 wurde meine Homepage von der Stadt Innsbruck mit einer Subvention bedacht.

Die Fotos der Schauplätze stammen von Thomas Kleissl, entstanden seit April 1999 und werden immer wieder erneuert.

Die Übersetzungen ins Englische erfolgten von Mag. Gerhard Buzas und Johanna Dehler.

 

Danksagung

Für die Unterstützung meines Projektes möchte ich mich bei folgenden Personen bzw. Institutionen bedanken:

  • Thomas Kleissl für die Fotos.
  • Mag. Gerhard Buzas und Johanna Dehler für die Übersetzungen
  • Mag. Thomas Lipschütz und Univ. Prof. Dr. Esther Fritsch - Israelitische Kultusgemeinde Innsbruck
  • Ingrid Böhler und Wolfgang Meixner - Institut für Zeitgeschichte Innsbruck
  • Andreas Maislinger
  • Jochewed Hochmann-Schwarz
  • Amtsrätin Josefine Justic vom Innsbrucker Stadtarchiv / Stadtmuseum für die Fotos der jüdischen Geschäfte
  • Dr. Wilfried Beimrohr - Tiroler Landesarchiv
  • Daniel Hope
  • Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DOEW)
  • Jüdisches Museum Hohenems
  • Leo Baeck Institute
  • Matthias Breit, Johannes Breit
  • Hanne Mitterstieler.

 

Meine besondere Anerkennung und mein Dank gelten

  • Joseph Adler - Enkel von Josef Adler
  • Richard B. Benson - Enkel von Richard Berger bzw. Sohn von Frederik Benson
  • Ron Bower - Sohn von Stefan Bauer
  • Ingeborg Brüll - Tochter von Josef und Antonie Brüll
  • Abraham Gafni
  • Katarina Hohenberg-Stahre
  • Andy und Peter Mikkelsen - Ehemann und Sohn von Ilse Adler
  • Valerie Neal
  • Jaquline Nestler
  • Horst Schreiber
  • Irmgard Bibermann
sowie
  • Wolfgang Wallner und
  • Wolfgang Feil

welche mich mit Informationen und / bzw. privaten Fotografien ihrer Familien und Verwandten bei meinem Projekt unterstützen.

 

Ich möchte mich auf diesem Wege auch bei all jenen HistorikerInnen bedanken, deren Publikationen für dieses Projekt herangezogen werden und ohne deren wertvolle Arbeit dieses Projekt nie möglich wäre.

 


Reaktionen

Nachfolgend Reaktionen auf mein Projekt, die großteils aus dem Gästebuch entnommen sind:
 

Jaqueline Nestler:
„Bravo! Ich bin ein Nachfahre der Familie Turteltaub / Allogi / Schrager und extrem gerührt. Diese Namen sind für mich so lebendig wie die Geschichte der letzten 2000 Jahre.“ - 30. März 2001
 
Wolfgang Wallner:
„Ihre liebevoll gestaltete Seite ist berührend und beispielhaft zugleich. Als Enkel eines der Haupttäter des 9./10. November 1938 in Innsbruck habe ich einen ganz besonderen Bezug zu diesem Tag, zu diesem Ort und zu seinen bedauernswerten Opfern. Sie werden nicht vergessen sein, solange ich lebe. Und es ist gut, daß Sie mit Ihrer Seite für ein angemessenes Erinnern und Gedenken sorgen. Vielen Dank!“ - 03. November 2001
 
Ron Bower:
"Incredible site, I knew some of the details about this, but to see my family names there, was very emotional. If anybody has any informations that can help me in my family reseach, I would appreciate it very much." - 13. Jänner 2002

Katarina Hohenberg-Stahre:
"Most interesting site. Me myself is the granddaughter of Edith Hohenbergs brother Egon from Vienna. I´ve pictures of Wilhelm "Willy" Bauer and their children. I´m willing to share these if someone is interested."  - 14. Jänner 2002

Andy Mikkelsen:
"I appreciate this effort of the Innsbruck authorities. My wife Ilse, nee Adler died 22nd September 2002. I am sorry that she did not live to see this memorial to her family. Regards Andy Mikkelsen" - 1. Jänner 2003

Norman Lesh:
„My mother was Edith Pasch, my grandparents were Julius and Emma Pasch.“ - 16.02.2006
 
Richard Benson:
"I am Richard Benson, son of Fritz Berger. My father unfortunately died on July 9th 2007 and I was looking for contact details for the Jewish Cultural Centre so that I could advise them of what has happened. In doing so, I discovered this site and would like to say how well it has been put together and what a valuable resource it is. A big thank you to all responsible." - 16. Juli 2007

Lisa Norton:
„I am Dorli Pasch Granddaughter and I had the pleasure in 2007 to be taken by my Grandmother, together with the rest of my family to Innsbruck. Excellent website and an important tribute to those who were so pointlessly killed. I am very proud of my Jewish heritage and my Austrian and German roots. None of my Grandparents are English and they all came to the UK during the second world war.“ - 07. August 2008
  
David Ross:
„I am a descendant of the Brüll family from Innsbruck.  My great-great-grandmother was Libussa Brüll, the singer who married Adolph Albert Low (later changed to Lert). They had several children, including my great-grandmother Margaret Lert.  She married Hugo Schwarz and they had my grandmother Marianne Schwarz. Marianne married Martin Ross and they had my father Victor. I have been researching various parts of my family tree, but I have very little info on the Brüll family. I knew that the family owned a furniture store in Innsbruck and came across this website. Is there a way to put me in touch with any of my Brüll relatives? Thank you so much.“ - 28. Februar 2010
 
Yaacov Lozowick (Yad Vashem):
„An impressive site. You have managed successfully to connect a large event with a specific place, thus giving the event a concrete dimension, and the local place historical depth.“ - 29. Jänner 2002
 
Roman Urbaner:
„Gratulation zur jetzt wirklich professionell ausgestalteten Seite!“ - 09.November 2002
 
Peter Leitl:
„Gerade für mich als Tiroler Geschichtelehrer sind solche Seiten eine große Hilfe, da es auch für die SchülerInnen viel konkreter wird, wenn man die Häuser und Wohnungen sieht, wo vor den Augen aller Verbrechen im Namen eines Volkes verübt wurden! Danke für Ihre Initiative!“ - 28. November 2002
 
Barbara Seidl:
„Bin nur durch Zufall hier gelandet, aber ich bin zu tiefst berührt über dieses schreckliche Thema. Ein großes Lob für Ihre wichtige Arbeit die sie objektiv und genau der Öffentlichkeit präsentieren. Es ist nach wie vor sehr wichtig die Verschwiegenheit und Unkenntnis der damals Betroffenen sowie der heutigen Jugend zu brechen. Und dies alles mit größt möglicher Objektivität richtig zu stellen.“ - 18. Februar 2003
 
Otto Licha:
„Das Vergessen braucht oft nur eine Generation. Ich bin froh, dass es Projekte gibt, die dieser Vergesslichkeit entgegenwirken.“ - 13. September 2005
 
Andreas Maislinger:
„Ich werde gerne unsere Gedenkdienst-Kandidaten erneut auf Ihre ausgezeichnete Website hinweisen. Diese gehört aber ohnehin bereits seit Jahren zur "Pflichtlektüre" aller zukünftigen Gedenkdiener.“ - 27. Februar 2008
 
Dr. Gerald Steinacher:
„Vielen Dank, dass Sie diese tolle Webseite ins Leben gerufen haben. Es bedarf der Initiative von Leuten wie Ihnen, um wahrhafte Tiroler Vergangenheitsbewältigung Wirklichkeit werden zu lassen. Vielen Dank auch für Ihr nettes E-Mail zu meinem Buch, Nazis auf der Flucht.“ - 31. August 2008
 
Nikolaus Dolp:
„Danke für diese wichtige Seite! Gehe nun mit anderen Augen durch die Innenstadt Innsbrucks, wissend dass so manch ein Haus Geschichten in sich birgt, die sich nie mehr wiederholen sollen!“ - 04. November 2008
 
Romana Prinoth Fornwagner:
„Bin über das Buch "Graubart Boulevard" von Chr.W. Bauer auf diese Homepage gelangt und heute ganz bewusst und langsam in die Gänsbacherstrasse und an den Villen Nr. 4 und 5 vorbei gefahren. Als Historikerin und mittlerweile Innsbruckerin und vor allem als Mensch bin ich tief betroffen vom Ausmaß an Neid, Ignoranz und der damit zusammenhängenden Kaltblütigkeit, von denen diese Häuser erzählen. Und ich finde dieses "Denkmal gegen das Vergessen", diese Arbeit von Ihnen, sehr gut.“ - 02. Februar 2011

Andreas Brunner: "Eine sehr interessante und gut gestaltete Seite! Vor allem die ausführlichen Hintergrundinformationen und die Recherche machen die Seite auch für Nicht-Innsbrucker spannend." - 15. November 2011

Renate: "Mazal Tov and thank you for this research work. I am in search of my Jewish roots on my mother's side and found this site to be so very helpful. Reading over the history so many emotions rise up and I emphatically must say "NEVER AGAIN!!! Not on our watch!" - 18. Februar 2014

C.D.: "Meine Mutter hat mir vieles aus dem WW 2 erzählt, wir haben Gedenkstätten besucht, u.a. das Gasthaus Öttl in Unterpettnau, wo sie den Gauleitern und Hitler das Essen servieren musste. Beim Bombenangriff auf den Westbahnhof kam ihre Schwester ums Leben, sie selbst arbeitete in der Pogromnacht in Wilten bei einer jüdischen Familie und hat mir detailreich alles geschildert. Ein absolut unbegreifliches Vorgehen von Wesen, die sich "Menschen" nannten, anderen Menschen das Leben zu nehmen. Mit welchem Recht? Grauenhaft und erschütternd! Möge diese Website ein kleines, aber wichtiges Mahnmal sein!" - 04. Mai 2012

 

 

 

Manfred Mühlmann

Innsbruck 2000 - 2016

 
     

 
Literatur: Wolfram Dornik

- Erinnerungskulturen im Cyberspace - Eine Bestandsaufnahme österreichischer Websites zu Nationalsozialismus und Holocaust, trafo verlag dr. wolfgang weist 2004

Gretl Köfler

- Die "Reichskristallnacht", in: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hg.) - Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934 bis 1945 - Österreichischer Bundesverlag Wien 1984, Band 1, S 448-462

Wolfgang Meixner

- Ing. Friedrich Reitlinger (1877 - 1938). Industrieller und Wirtschaftsfunktionär in Tirol zwischen Heimwehr und Nationalsozialismus, in: Zeitgeschichte (2002), Heft 4 (15 Seiten; erscheint Herbst 2002)

- Ing. Friedrich Reitlinger - Bruchstücke einer verdrängten Biographie, in: Thomas Albrich (Hrsg.), „Wir lebten wie sie...“. Jüdische Lebensgeschichten aus Tirol und Vorarlberg, Haymon-Verlag Innsbruck 1999 (2. Auflage 2000), S. 85-110

- "Arisierung" eines Tiroler Industriebetriebes - die Jenbacher Berg- und Hüttenwerke Th. & J. Reitlinger, in: Geschichte und Region/Storia e regione 8. Jahrgang, 1999 - anno VIII, 1999, Jahrbuch der Arbeitsgruppe Regionalgeschichte Bozen, Annuario del Gruppo di ricerca per la storia regionale, Bolzano, S. 143 - 198

- „Arisierung“ der Tiroler Industrie am Beispiel der Jenbacher Berg- und Hüttenwerke sowie des Metallwerkes Plansee, in: Österreich in Geschichte und Literatur mit Geographie 45 (2001) Heft 5/6, S. 313-329

Horst Schreiber

- Das Schicksal der Schwazer Juden, in: Alexander / Schreiber (Hrsg.): "Schwaz. Der Weg einer Stadt, 1999" - http://www.horstschreiber.at/texte/texte_das-schicksal-der-schwazer-juden

 

Quelle: Wikipedia - Friedrich Reitlinger
 

- ^ -

 

 

 

 
Updates
 
    Updates
 
- ^ -
 

© 2000 - 2016 Manfred Mühlmann