david stern
Titel Orte des Novemberpogroms 1938 in Innsbruck
 
Navigation Home
Navigation Novemberpogrom
Navigation Stadtrundfahrt
Navigation Täterkreis
Navigation Literatur
Navigation Projekt
Navigation Personenregister
Navigation Gästebuch
nav_aktuelles
Navigation Kontakt

 

 

SALURNERSTRASSE - Stadtteil Wilten
 

Salurnerstrasse 3

S 3
 

Friedrich Pasch  lebte mit seiner Frau Rosa, geb. Stiassny und den Töchtern Trude, Ilse und Dora ("Dorli") in der Salurnerstrasse 3. In der Pogromnacht wurde die Wohnung verwüstet und die 15jährige Dora verletzt. Ihr Vater  wurde von der Gestapo verhaftet und gequält.

Ilse gelang im Oktober 1938 die Ausreise nach England. Ihre Geschwister und Eltern wurden nach Wien zwangsumgesiedelt, von wo sie ihre Flucht vorbereiteten. Dora kam mit einem Kindertransport über Holland nach England, wo sich im Mai1939 alle Familienmitglieder wiedersahen.

Salurnerstrasse 3

November 2008 © Thomas Kleissl

 

 

Die Wohnung und das  "Modenhaus Friedrich Pasch" in der Maria Theresien Strasse 21 wurden von Gauhauptstellenleiter Walter Veith arisiert.

Stadtarchiv Pasch Maria Theresien Strasse

Maria Theresien Strasse 21 - Modenhaus Friedrich Pasch, 1938 (a)

 

Dorli Pasch heiratete den Wiener Ernst Neale (früher Nagel), wurde Modedesignerin und besuchte Innsbruck zuletzt im Jänner 2009 zur Präsentation der Lehr-DVD "Das Vermächtnis - Verfolgung, Vertreibung und Widerstand im Nationalsozialismus". Ausschnitte aus den Interviews von dieser DVD sind auf der Homepage von erinnern.at zu sehen.

Am 12. Jänner kam es zu einer Begegnung von Dorli Neale mit SchülerInnen und LehrerInnen ihres ehemaligen Gymnasiums Sillgasse, wo sie aus ihrer Schulzeit und von ihrer Flucht erzählte. Eine Zusammenfassung dieser Begegnung wurde von Prof. Heidi Unterhofer verfasst. (1)

Am 13. Jänner 2009 führten Mag.a Irmgard Bibermann und Dr. Horst Schreiber ein Gespräch mit Dorli Neale im Festsaal des Landesschulrates für Tirol, welches von Emir Handzo auf Video aufgezeichnet wurde. (Dauer ca. 35 min) (2)

Interview mit Dorli Neale from Moviemaker on Vimeo.

 
   
Salurnerstrasse 8
Salurnerstrasse 8, Hausschild
 

Der aus Hohenems stammende Siegfried Landauer wohnte mit seiner Frau Laura und den gemeinsamen Kindern Leonhard, Johanna und Irma in der Salurnerstrasse 8. In der Pogromnacht drangen Nazi-Schergen in die Wohnung ein und zerstörten die Einrichtungsgegenstände.

Während Leonhard die Flucht in die Schweiz gelang, wurden seine Eltern und Schwestern in Wien festgenommen und Ende Mai 1942 in das Konzentrationslager Maly Trostinec deportiert und dort am 1. Juni 1942 ermordet.

Salurnerstrasse 8

März 2010 © Manfred Mühlmann

 
   

Salurnerstrasse 11

Hausschild_S_11
 
Im 3. Stock des Hochhauses Salurnerstrasse 11 befand sich der Sitz der SS-Standarte, wo sich die Befehlsgeber und Täter des Pogroms am 9. November 1938 nach den traditionellen Appellen der SA in der Bürgerstrasse 10 und der SS am Adolf-Hitler-Platz (Landestheater) in Zivil einfanden. Von hier zogen die zusammengestellten Rollkommandos mit klaren Aufträgen in die jeweiligen Stadtteile, um gewaltsam gegen die jüdischen Familien vorzugehen.

Salurnerstrasse 11

November 2008 © Thomas Kleissl

 

Stadtrundfahrt

 

update 29.03.2010

 

 
Literatur: Christoph W. Bauer

- Graubart Boulevard, Haymon Verlag Innsbruck-Wien 2008

- Im Alphabet der Häuser - Roman einer Stadt, Haymon Verlag Innsbruck-Wien 2007, S 275

David Bullock

- Über Nacht war ich Jüdin; Echo 02/2009, S 48-49

Gretl Köfler

- Die "Reichskristallnacht", in: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hg.) - Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934 bis 1945 - Österreichischer Bundesverlag Wien 1984, Band 1, S 448-462

Horst Schreiber

- Jüdische Geschäfte in Innsbruck - Eine Spurensuche, Projekt des Abendgymnasiums Innsbruck; Tiroler Studien zu Geschichte und Politik 1, Michael-Gaismair-Gesellschaft (Hg.) , StudienVerlag 2001

- "Dora Pasch-Neale: Mit einem Kindertransport in die Freiheit", in: Nationalsozialismus und Faschismus in Tirol und Südtirol - Opfer . Täter . Gegner, Tiroler Studien zu Geschichte und Politik, Michael-Gaismair-Gesellschaft, StudienVerlag 2008, S 282-283

Gad Hugo Sella

- Die Juden Tirols - Ihr Leben und Schicksal, Israel 1979

Ernst Oppenheim

- To Remember Me By - First Crusade Through Holocaust - Facts, Fragments, Lore and Legends, Nobis Press 2001

 

Bildnachweis: (a) © Stadtarchiv / Stadtmuseum Innsbruck

 

Quellen:

Valerie Neal - Email

(1) http://www.lesen.tsn.at/index.php?menu=3&con_id=4317 - visit 29.03.2010

(2) Video Dorli Neale - http://vimeo.com/3801353 - visit 02.11.2009

The Central Database of Shoah Victims´ Names - http://www.yadvashem.org/wps/portal/!ut/p/_s.7_0_A/7_0_9E

 

 

© 2000 - 2010 Manfred Mühlmann