Friedrich Pasch lebte
mit seiner Frau Rosa, geb. Stiassny und den TöchternTrude,
Ilse undDora ("Dorli") in der Salurnerstrasse 3. In der Pogromnacht wurde
die Wohnung verwüstet und die 15jährige Dora verletzt. Ihr Vater
wurde von der Gestapo verhaftet und gequält.
Ilse gelang im Oktober 1938 die Ausreise nach England. Ihre Geschwister und Eltern wurden nach Wien zwangsumgesiedelt, von wo sie ihre Flucht vorbereiteten. Dora kam mit einem Kindertransport über Holland nach England, wo sich im Mai1939 alle Familienmitglieder wiedersahen.
Am 12. Jänner kam es zu einer Begegnung von Dorli Neale mit SchülerInnen und LehrerInnen ihres ehemaligen Gymnasiums Sillgasse, wo sie aus ihrer Schulzeit und von ihrer Flucht erzählte. Eine Zusammenfassung dieser Begegnung wurde von Prof. Heidi Unterhofer verfasst. (1)
Am 13. Jänner 2009 führten Mag.a Irmgard Bibermann und Dr. Horst Schreiber ein Gespräch mit Dorli Neale im Festsaal des Landesschulrates für Tirol, welches von Emir Handzo auf Video aufgezeichnet wurde. (Dauer ca. 35 min) (2)
Der aus Hohenems stammende Siegfried Landauer wohnte mit seiner Frau Laura und den gemeinsamen Kindern Leonhard, Johanna und Irma in der Salurnerstrasse 8. In der Pogromnacht drangen Nazi-Schergen in die Wohnung ein und zerstörten die Einrichtungsgegenstände.
Während Leonhard die Flucht in die Schweiz gelang, wurden seine Eltern und Schwestern in Wien festgenommen und Ende Mai 1942 in das Konzentrationslager Maly Trostinec deportiert und dort am 1. Juni 1942 ermordet.
Im 3. Stock des Hochhauses Salurnerstrasse 11 befand sich der Sitz der SS-Standarte, wo sich die Befehlsgeber und Täter des Pogroms am 9. November 1938 nach den traditionellen Appellen der SA in der Bürgerstrasse 10 und der SS am Adolf-Hitler-Platz (Landestheater) in Zivil einfanden. Von hier zogen die zusammengestellten Rollkommandos mit klaren Aufträgen in die jeweiligen Stadtteile, um gewaltsam gegen die jüdischen Familien vorzugehen.
- Die "Reichskristallnacht", in: Dokumentationsarchiv des österreichischen
Widerstandes (Hg.) - Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934 bis 1945
- Österreichischer Bundesverlag Wien 1984, Band 1, S 448-462
- Jüdische
Geschäfte in Innsbruck - Eine Spurensuche, Projekt
des Abendgymnasiums Innsbruck; Tiroler Studien zu Geschichte und Politik
1, Michael-Gaismair-Gesellschaft (Hg.) , StudienVerlag
2001
- "Dora Pasch-Neale: Mit einem Kindertransport in die Freiheit", in: Nationalsozialismus und Faschismus in Tirol und Südtirol - Opfer . Täter . Gegner, Tiroler Studien zu Geschichte und Politik, Michael-Gaismair-Gesellschaft, StudienVerlag 2008, S 282-283