david stern
Titel Orte des Novemberpogroms 1938 in Innsbruck
 
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Täterkreis / Nachkriegsjustiz

 

Täterkreis

Die Täter des Judenpogroms von Innsbruck waren langjährige, illegale NSDAP-Parteimitglieder sowie SS-Angehörige. Auf Befehl von Gauleiter Franz Hofer  und SS-Oberführer Johann Feil wurden von SS-Sturmbandführer Erwin Fleiss, SS-Hauptsturmführer Dr. Leopold Spann von der Gestapo Innsbruck, SS-Untersturmführer Dr. Adolf Franzelin von der Polizeidirektion Innsbruck, SS-Untersturmführer Gustav Fast, SA Brigadeführer Vinzenz Waidacher und Arisierungsbeauftragter Hermann Duxneuner Gruppen in Zivilkleidung zusammengestellt, welche gegen die jüdische Bevölkerung vorgehen sollten.

Franz Hofer

 

Johann Feil

Gauleiter Franz Hofer (a)   SS-Oberführer Johann Feil (b)
  Dr. Leopold Spann  
SS-Hauptsturmführer Dr. Leopold Spann (bb)

 

Neben der Schutzstaffel (SS) beteiligten sich auch Angehörige der Sturmabteilung (SA), des Sicherheitsdienstes (SD), des Nationalsozialistischen Kraftfahrer Korps (NSKK), der Hitlerjugend (HJ) sowie der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) am Pogrom.

Alois Schintlholzer

Alois Schintlholzer (c)

 

  • SA-Sanitäts-Obersturmführer Dr. Theodor Tapavicza, SA-Hauptscharführer Dr. Hubert Stoiber, SA-Scharführer Max Adermann und Wilhelm Eder, SA-Brigadeführer Vinzenz Waidacher , SA-Hauptscharführer Rosenbaum, Obersturmführer Stanzl und SA-Sturmmitglieder Richard Dietrich, Alfred Gnesetti und Anton Haupt bildeten die Gruppe gegen die Familien Brüll, Diamand, Alfred Graubart sowie Gottlieb und Jutta Fuchs.
Gerhard Lausegger
SS-Studentensturmführer Gerhard Lausegger (d)

 

Die Gestapo stellte jeweils zwei Männer als " Schutz" für jeden Juden zur Verfügung, diese allerdings kooperierten durch die Verhaftung der männlichen Juden mit den SS-Männern. Der 21jährige Gestapobeamte Ferdinand Obenfeldner war in der Pogromnacht an der Verhaftung von Richard und Viktor Schwarz in der Falkstraße 19 beteiligt. Der Leiter der Gestapo - Dr. Wilhelm Harster verhinderte eine genaue Untersuchung durch die Kriminalpolizei sowie eine Obduktion der beiden Ermordeten Wilhelm Bauer und Richard Graubart. Diese wurden auf Befehl der Gestapo nach München überführt und dort eingeäschert. Weiters stellte er der gesamten jüdischen Bevölkerung Tirols ein Ultimatum bis 31. März 1939 nach Wien zu übersiedeln und von dort auszuwandern.

Wilhelm Harster
SS-Gruppenführer Dr. Wilhelm Harster (e)

 

Der damalige Oberbürgermeister von Innsbruck und oberster Befehlshaber der Feuerwehr Dr. Egon Denz verhinderte ein Eingreifen der Feuerwehr.

 

Oberbürgermeister Egon Denz
Oberbürgermeister Dr. Egon Denz (f)

 

Der Polizeidirektor von Innsbruck SS-Untersturmführer Dr. Adolf Franzelin gab Befehl, Notrufe in der Pogromnacht nicht zu beachten.


 

Nachkriegsjustiz


Erst nach dem Krieg wurden die Ereignisse rund um die Pogromnacht neu aufgerollt und es kam teilweise zu Verhaftungen und Verurteilungen durch das Volksgericht beim Landesgericht Innsbruck :

 

  • Im Oktober 1946 wurde Hans Aichinger zu 13 und Gottfried Andreaus  zu 12 Jahren schweren Kerkers verurteilt, beide waren bei den Ermordungen von Richard Graubart und Wilhelm Bauer beteiligt.

    Gottfried Andreaus, 1912 in Innsbruck geboren, war seit 1933 Mitglied der NSDAP und der SS, und kehrte 1940 als Kriegsversehrter heim, wo er 1944 zum aktiven Widerstandskämpfer wurde. Er half die noch lebenden Täter der "Kristallnacht" auszuforschen und wurde 1951 begnadigt.

    Hans Aichinger wurde 1913 als Sohn von Innsbrucker Gastwirtsleuten geboren. Er besuchte die Höhere Internationale Hotelfachschule Wien, war Skilehrer und leitete mit seinem Schwager Hubert Salcher die Schischule St. Antonund St. Christoph am Arlberg. Er trat am 5. August 1932 der NSDAP und der SS bei, stieg dort bis zum SS-Haupsturmführer auf und war im Besitz des Totenkopfrings. In der Familie gab es mit dem Vater, Bruder, einem Cousin und oben genannten Schwager mehrere überzeugte Nationalsozialisten mit Partei- bzw. SS-Mitgliedschaft. Im April 1940 heiratete er Herta Nissl, Tochter von Richard Nissl, einem Innsbrucker Brauerei- und Schlossbesitzer. Wenige Wochen nach dem Urteil wegen Mittäterschaft beim Pogrom sowie Handlungen als illegaler Nationalsozialist flüchtete er über Bozen nach Argentinien, wo er im Wintersportort San Carlos de Bariloche seiner Tätigkeit als Skilehrer nachging. 1957 wurde seine Haftstrafe auf 3 Jahre reduziert, 1959 kehrte er nach Österreich zurück, stellte sich den dortigen Behörden und wurde 1961 nach Begnadigung aus der Haft entlassen. Er stirbt 1972 im Alter von 59 Jahren.

     

  • Im November 1946 wurden Ing. Heinrich Huber zu 5, Otto Mohr zu 3, Alfons Ullmann und Johann Schöpf zu 2,5 Jahren, Georg Weintraut zu 15 Monaten sowie Josef Girardi zu 18 Monaten verurteilt. Diese Gruppe war für die Körperverletzungen an Mitgliedern der Familien Josef Adler und Flora Bauer verantwortlich sowie an der Zerstörung der Wohnungen der Familien Adler, Schwarz, Spindel und Bauer beteiligt.

 

  • 1947 kam es zu Verurteilungen von Josef Ebner  zu 1,5 Jahren, August Hörhager und Alois Hochrainer  zu 2 Jahren, Hans Riedl  zu 14 Monaten, Karl Handl zu 20 Monaten, Hans Bayer  zu 14 Monaten sowie Hermann Moser  zu 6 Monaten. Diese Gruppe war an den Ausschreitungen gegen die Familien Schindler, Löwensohn, Schwarz, Schenkel, Meisel und Diamand verantwortlich.

 

  • Im Oktober 1947 wurde Theodor Haller  zu 6 Jahren verurteilt. Er warf das Ehepaar Popper in die Sill.

 

  • Im Dezember 1947 wurde Rudolf Schwarz (SS) zu 11 Jahren sowie Robert Huttig zu 10 Jahren verurteilt. Sie zählten zur Tätergruppe gegen die Familien Richard Graubart und Wilhelm Bauer. Beide wurden im November 1951 begnadigt und aus der Haft entlassen.

 

  • Im August 1948 wurden über SA-Standartenführer Johann Mathoi und Rudolf Mayerbrucker (NSKK) 3,5 bzw. 2,5 Jahren Haftstrafen verhängt.  Beiden wurde die Weitergabe der Anweisungen an die zum Appell erschienenen SA- und NSKK-Männern zur Durchführung des Pogroms nachgewiesen, Mathoi wurde ausserdem wegen der Zerstörung von Wohnungen der Familien Dubksy und Fuchs zur Rechenschaft gezogen.

 

  • Im Dezember 1948 wurde Gestapochef SS-Sturmbannführer Werner Hilliges, ein gebürtiger Berliner, im sogenannnten "Innsbrucker Reichenau-Prozess" wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit u.a. wegen der Ermordung von Egon Dubsky zu lebenslänglichem Gefängnis mit Zwangsarbeit verurteilt. Der gebürtige Berliner war frühes Mitglied der SS und NSDAP, kam im März 1938 zur Gestapo nach Innsbruck und übernahm deren Leitung im November 1942. Bereits als stellvertretender Gestapoleiter war er für das von 1941 bis 1945 bestehende "Arbeitserziehungslager Innsbruck Reichenau" zuständig. Nach einer Erkrankung und der Verwicklung in eine Schmuggelaffäre wurde er vom Reichssicherheitshauptamt 1944 nach Berlin zurückgeholt. Da seine Familie in Innsbruck zurückblieb, flüchtete er nach dem Krieg nach Tirol, wo er am 2. April 1946 verhaftet wurde .Am 3. Dezember 1955 wurde er begnadigt und freigelassen. Gemeinsam mit seiner Frau beging er am 29. Jäner 1956 in Bremen Selbstmord.

 

  • Im September 1950 wurde Gauhauptstellenleiter SS-Untersturmführer Walter Hopfgartner wegen Quälerei und Mißhandlung sowie Hochverrats zu 3, später dann zu 10 Jahren verurteilt. Er war Sohn eines Metzgermeisters und seit seinem 18. Lebensjahr Mitglied der NSDAP. Im Rahmen der Weichnachtsamnestie wurde er im Dezember 1954 bedingt entlassen.

 

  • Dr. Robert Duy wurde im November 1945 in Amsterdam festgenommen, mußte keine Haftstrafen absitzen und lebte später als deutscher Staatsbürger in der Bundesrepublik Deutschland.

 

  • Das Verfahren gegen Walter Sauerwein, welcher sich nach Aufhebung des Kriegsverbrechergesetzes bei der Staatsanwaltschaft im Februar 1958 meldete, wurde im Dezember 1958 eingestellt. Zuvor war er als Architekt in Köln-Braunsfeld tätig.

 

  • SA Standartenführer Vinzenz Waidacher wurde am 19.07.1900 in Mieders geboren, zählte zu den Vorkämpfern der NSDAP-Bewegung in Innsbruck und war ein enger Vertrauter von Gauleiter Hofer. Als Festredner trat er bei den jährlichen Gedenkfeiern an die "Höttinger Saalschlacht" vom 27. Mai 1932 auf. Josef Eduard Ploner, ein Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Tiroler Komponisten während der NS-Zeit, widmete ihm seine Fanfare Nr. 14. Im Oktober 1941 fiel Waidacher.

 

  • Oberregierungsrat und SS-Obersturmbannführer Dr. Leopold Spann , 1908 geboren, leitete zwischen 1939 und 1940 die Gestapo Innsbruck sowie zwischen 1943 und 1944 die Gestapostelle Saarbrücken, in dessen Funktion er am 29. März 1944 die zwei in Kriegsgefangenschaft befindlichen britischen Flieger Roger Bushell und Bernhard Scheidhauer außerhalb von Ramstein ermordete. Ebenso war er 1942/43 im ukrainischen Generalbezirk Nikolajew am Massenmord an Juden beteiligt. Von Juli 1944 bis April 1945 war er Gestapochef in Linz, wo er am 25. April 1945 bei einem Luftangriff ums Leben kam. (1a, 1b, 1c)

 

  • Gauleiter Franz Hofer wurde am 27. 11.1902 in Bad Hofgastein geboren, besuchte in Innsbruck die Schule, wurde Kaufmann und war seit 1931 Mitglied der NSDAP. Am 27. November 1932 wird er zum Gauleiter von Tirol befördert, nach dem Verbot der NSDAP im Juni 1933 verhaftet und im August des selben Jahres von SA-Männern gewaltsam befreit. Bis zum Anschluss lebt er in Deutschland, wo er auch die deutsche Staatsbürgerschaft erwirbt. Vom 24. Mai 1938 bis 3. Mai 1945 war er Gauleiter von Tirol und Vorarlberg, weiters NSKK-Obergruppenführer und Reichsstatthalter von Tirol-Vorarlberg. Nach seiner Verhaftung durch die US-Armee am 3. Mai 1945 konnte er im Oktober 1948 nach Deutschland fliehen. In Abwesenheit wird er von einem Münchner Gericht zu zehn Jahren Arbeitslager mit Vermögensverfall verurteilt. Zu seinem Vermögen zählten u.a. die arisierte Villa Schindler am Rennweg 10 in Innsbruck, der Lac-Hof in Kleinvolderberg bei Hall in Tirol und zahlreiche Kunstgegenstände u.a. des Industriellen Friedich Reitlinger aus Jenbach. Die Strafe wird im August 1952 auf drei Jahre und fünf Monate herabgesetzt. Ein österreichisches Gericht verurteilte Hofer 1950 in Abwesenheit zum Tod, jedoch kam es nie zur Vollstreckung der Urteile. Der damalige Tiroler Landeshauptmann Alfons Weißgatterer soll sich für Hofer eingesetzt haben. In Mühlheim an der Ruhr lebt er mit seiner Frau und den sieben Kindern, widmet sich erneut der Kaufmannstätigkeit und stirbt als überzeugter Nationalsozialist am 18. Februar 1975 eines natürlichen Todes unter seinem richtigen Namen. (2)
Villa Schindler, Rennweg 10

Villa Schindler, Rennweg 10 © Thomas Kleissl

 

Lach-Hof, Kleinvolderberg
Schriftzug Lach-Hof, Kleinvolderberg
Lach-Hof, Kleinvolderberg © Thomas Kleissl

 

  • SS-Oberführer Johann Feil stammte aus einer oberösterreichischen Beamtenfamilie, diente im Ersten Weltkrieg, war Fachlehrer für kunstgewerbliches Zeichnen, seit 1932 Mitglied der NSDAP und bis zum Kriegsende ein hochrangiger SS-Offizier, u.a. SS- und Polizeikommandeur für die italienische Provinz Friaul. 1945 kam er in englische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1948 von seiner Familie freigekauft wurde. Er konnte unter Mithilfe des aus Graz stammenden katholischen Bischofs Alois Hudal nach Argentinien flüchten, kam im März 1956 nach Deutschland zurück und starb am 31. Jänner 1957 an einer Krebserkrankung in Mittenwald bei Garmisch-Partenkirchen.(wikipedia)

    Bischof Alois Hudal war seit 1923 Rektor des Collegio Teutonico di Santa Maria dell´Anima (Deutsche Nationalkirche) in Rom und somit der oberste Geistliche der Auslandsdeutschen in Italien. Das Priesterkolleg und die von Hudal gegründete österreichische Vertretung der Päpstlichen Hilfskommission für Flüchtlinge (Assistenza Austriaca) lagen in der Via della Pace 20, wo vielen flüchtigen Nationalsozialisten Unterschlupf gewährt wurde. Hudal verhalf den Flüchtlingen zu gültigen Reisepässen des Internationalen Roten Kreuzes und ermöglichte deren Flucht nach Südamerika.

 

  • SS-Obersturmführer Alois Schintlholzer 1914 in Hötting/Innsbruck geboren, stadtbekannter Sportboxer und Mitglied des Deutschen Turnerbundes, war seit 1932 Mitglied der NSDAP und wurde von der italienischen Justiz zweimal in Abwesenheit zu lebenslanger Haft wegen Beteiligung an einer Vergeltungsaktion der Waffen-SS, bei der der italienische Ort Caviola niedergebrannt und 40 Menschen ermordet wurden, verurteilt. Der SS-Sturmbannführer, welcher auch an Verschleppungen und Verhaftungen von Meraner Juden im September 1943 beteiligt war, konnte sich auch aus zweimaliger Verhaftung befreien und lebte in Bielefeld, Deutschland unter richtigem Namen. Schintlholzer war 1950 bei der Flucht von SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann nach Argentinien beteiligt.Nachdem er sich freiwillig dem Gericht in Innsbruck stellte, saß er von April 1961 bis März 1962 in Untersuchungshaft, ehe das Verfahren eingestellt wurde. Er starb im Juni 1989 und wurde in Innsbruck begraben. In der Tiroler Tageszeitung erschienen zwei Todesanzeigen von der Kameradschaft IV, Tirol und der Witwe Mathilde Schintlholzer, in denen der Wahlspruch der Waffen-SS in "Seine Ehre hieß Treue" umgewandelt wurde. Die Tochter Eva Schintlholzer-Barrows hat sich davon öffentlich distanziert. (3a, 3b, 3c, 3d)

 

  • SS-Studentensturmführer Dr. Gerhard Lausegger (1915-1966) ein gebürtiger Klagenfurter, studierte Jus in Innsbruck, war Mitglied und Sprecher der Burschenschaft Suevia, Obmann der schlagenden Verbindungen Innsbrucks, oberster Chef der Sicherheitsexekutive und Adjutant der 87. SS-Standarte. Er wurde 1945 von Mitgliedern des britischen Militärs in Kärnten festgenommen und dort im Mai 1946 vom Sohn des ermordeten Richard Berger - Frederik R. Benson entdeckt. Im März 1947 konnte er mithilfe eines Ausweises des Internationalen Roten Kreuzes über Südtirol nach Argentinien flüchten, wo er als Nicolo Gracea am 20. Dezember 1966 bei einem Unfall ums Leben kam. Seitdem wird beim Ehrendenkmal der deutschnationalen Burschenschaft Suevia am Innsbrucker Westfriedhof sein Name geehrt - in unmittelbarer Nachbarschaft zum Jüdischen Friedhof. Im November 2015 wurde von der Stadt Innsbruck eine Gedenk-Stele für Richard Berger neben dem Suevia Denkmal aufgestellt.
Lausegger
     
Burschenschafter Suevia   Gedenkstele Richard Berger
Denkmal Burschenschaft Suevia   Gedenk-Stele Stadt Innsbruck, Februar 2016
Westfriedhof © Manfred Mühlmann

 

  • SS-Sturmbannführer Erwin Fleiss, 1910 in Innsbruck geboren, war Büroangestellter, seit 1930 Mitglied der NSDAP und SS, rückte im Jänner 1942 zum Militär ein und war bis Kriegsende ein hochrangiger Leutnant. 1948 flüchtete er mit vatikanischer Hilfe nach Argentinien, wo ihm SS-Hauptsturmführer Horst Carlos Fuldner in seiner "Argentinischen Gesellschaft für Industrieprojekte und deren Ausführung – Fuldner & Co" - auch CAPRI genannt, eine profitable Stelle als Reisebüroleiter verschaffte. Im Oktober 1964 stirbt Fleiss in Cipolleti, Río Negro.

 

 

 

 

 

  • Der aus Vorarlberg stammende Dr. Egon Denz studierte Rechtswissenschaft an der Universität Innsbruck, war frühes Mitglied der NSDAP (seit 1933), SS-Standartenführer, Stellvertreter des inoffiziellen Gauleiters der NSDAP von Tirol-Vorarlberg Edmund Christoph, Gauamtsleiter für Kommunalpolitik und vom 12. März 1938 bis Mai 1945 Oberbürgermeister von Innsbruck. Nach dem Krieg wurden Voruntersuchungen eingeleitet, das Verfahren des Volksgericht Innsbruck aber eingestellt und Egon Denz im Oktober 1947 aus der Untersuchungshaft entlassen. Er starb am 15. Dezember 1979 und bekam ein Ehrengrab auf dem Westfriedhof von Innsbruck. (8)
 

 

 

update 12.06.2016

 

 
Literatur: Martin Achrainer

- Zum Umgang mit den NationalsozialistInnen in Tirol nach 1945, in: Verein zur Förderung justizgeschichtlicher Forschungen und Verein zur Erforschung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen und ihrer Aufarbeitung (Hg.), "Justiz und Erinnerung Nr.10", Mai 2005, S11-14

Thomas Albrich / Michael Guggenberger

- "Nur selten steht einer dieser Novemberverbrecher vor Gericht" - Die strafrechtliche Verfolgung der Täter der so genannten "Reichskristallnacht" in Österreich, Holocaust und Kriegsverbrechen vor Gericht - Der Fall Österreich, StudienVerlag 2006, S 26-56

- Ing. Robert Schüller: "Ich war, bin und bleibe ein Nationalsozialist", in: Wir lebten wie sie... - Jüdische Lebensgeschichten aus Tirol und Vorarlberg, Haymon Verlag 1999

Christoph W. Bauer

- Graubart Boulevard, Haymon Verlag Innsbruck-Wien 2008

- Im Alphabet der Häuser - Roman einer Stadt, Haymon Verlag Innsbruck-Wien 2007, S 263-297

Johannes Breit
- Das Arbeitserziehungslager Innsbruck-Reichenau und die Nachkriegsjustiz, Maturafachbereichsarbeit Juni 2007, S 41, 48-50
Burgl Czeitschner / Hubertus Czernin / Ernst Schmiederer
- Einige Sekunden blieb alles still / Novemberpogrom in der "Ostmark", seine Täter, ihre Opfer, profil Nr. 45, 7. November 1988, S 62 ff
Michael Gehler
- Murder on Command - The Anti-Jewish Pogrom in Innsbruck - 9th-10th November 1938,  Year Book XXXVIII, Leo Baeck Institute. 1993, S. 119-153
Andreas Hauser
- Die Akte Hofer: "Ich bleibe Nationalsozialist", Echo 07-08/2008, S 66
Gretl Köfler
- Die "Reichskristallnacht" in: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hg.) - Widerstand und Verfolgung in Tirol 1934 bis 1945 - Österreichischer Bundesverlag Wien 1984, Band 1, S 448-462
Herbert Lackner
- Die Hakenkreuzfahrer, profil 33, 11.08.2008, S 28-35
Christian Mathies
- "Immer auf der Seite der Demokratie?" - Überlegungen zur Kontroverse um die NS-Vergangenheit von Ferdinand Obenfeldners, Gaismair-Jahrbuch 2008 - Auf der Spur, StudienVerlag 2007, S 42-50
Wolfgang Meixner

- "Arisierung" - die "Entjudung" der Wirtschaft im Gau Tirol-Vorarlberg, Tirol und Vorarlberg in der NS-Zeit,StudienVerlag 2002, S 319-340

Sonja Niederbrunner
- "Das Gefühl der Schuld wird mich begleiten", Er war Leiter der Gestapo in Innsbruck, ein hochrangiger Nazi in den Niederlanden und in Italien - und Oberregierungsrat im bayerischen Innenministerium. Wilhelm Harster stand zwei Mal vor Gericht - er bereute, Echo, Nr.101, Ausgabe 11/2007, S. 48-49
Horst Schreiber

- "Werner Hilliges: Leiter der Gestapo Innsbruck", in: Nationalsozialismus und Faschismus in Tirol und Südtirol - Opfer . Täter . Gegner, Tiroler Studien zu Geschichte und Politik, Michael-Gaismair-Gesellschaft, StudienVerlag 2008, S 207-208

- Franz Hofer: Gauleiter und Reichsstatthalter von Tirol-Vorarlberg, in: Nationalsozialismus und Faschismus in Tirol und Südtirol - Opfer . Täter . Gegner, Tiroler Studien zu Geschichte und Politik, Michael-Gaismair-Gesellschaft, StudienVerlag 2008, S 86-88

Gad Hugo Sella
- Die Juden Tirols - Ihr Leben und Schicksal, Israel 1979
Gerald Steinacher

- Nazis auf der Flucht - Wie Kriegsverbrecher über Italien nach Übersee entkamen, StudienVerlag 2008, S 39 ff, 50, 78-80, 171, 265 ff , 291, 296

 

Bildnachweis: (a) http://presentations.uib.no/pls/portal/NAFA.X_TABELL_829_56_3.show

(b) © Privatbesitz Wolfgang Feil

(bb) Bundesarchiv Berlin / http://www.flugzeugabstuerze-saarland.de/Bushell_Scheidhauer.pdf

(c) profil Nr. 45 - 7. November 1988, S 73

(d) DOEW

(e) http://forum.axishistory.com/viewtopic.php?t=1629

(f) Ausstellung "Stadtplanung und Architektur der 30er Jahre" Archiv für Baukunst, Universität Innsbruck

 

Quellen: (1) a/ http://www.historyinfilm.com/escape/real9.htm b/ http://forum.axishistory.com/viewtopic.php?f=38&t=151833 c/ Information über den Tatort von Silvano Wueschner - Email 1.7.2015

(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Hofer_(Gauleiter)

(3a) http://www.schnitzler-aachen.de/Surftipps/2000_06.htm /  (3b) http://www.breit.biz/sites/bertbreit_ns.html /  (3c) Triumph der Gerechtigkeit, Flucht von Adolf Eichmann - http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-77745555.html - visit 27.08.2012 / (3d) http://dietiwag.org/blog/index.php?datum=2013-11-06 - visit 16.11.2013

(4) Christian Ritz - http://historiker-in-muenchen.com/pageID_4835828.html

(5) http://www.cine-holocaust.de/cgi-bin/gdq?efw00fbw002552.gd

(6) http://www.powcamp.fsnet.co.uk/SS-Gruppenf%FChrer_und_Generalleutnant_der_Polizei_Dr_jur_Wilhelm_Harster.htm

(7) Wolfgang Neugebaur, Peter Schwarz (Hg.) < Der Wille zum aufrechten Gang - Offenlegung der Rolle des BSA bei der gesellschaftlichen Reintegration ehemaliger Nationalsozialisten > Czernin Verlag Wien 2005, S. 151-160


(8) Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Egon_Denz - visit 30.10.2012

Wikipedia - http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Feil

http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Hickl - visit 04.11.2012

Wolfgang Meixner - Email vom 02.11.2008 - Hermann Duxneuner - Der Historiker Wolfgang Meixner hat mich auf biografische Daten von Hermann Duxneuner aufmerksam gemacht, welche er bereits in seinem Aufsatz < "Arisierung" - die "Entjudung" der Wirtschaft im Gau Tirol-Vorarlberg, in: Rolf Steininger, Sabine Pitscheider (Hg.), "Tirol und Vorarlberg in der NS-Zeit", StudienVerlag 2002, S 319-340 >erforscht hat. Für diesen Hinweis bin ich ihm zu Dank verpflichtet.

http://www.donau-uni.ac.at/imperia/md/content/department/imb/personen/blaschitz/ns-fl__chtlinge_blaschitz.pdf


http://echo-online.at/webEdition/we_cmd.php?we_cmd[0]=preview_objectFile&we_objectID=3245&we_cmd[2]=160

 

Tiroler Tageszeitung 1946, Nr. 237 - S 3, Nr. 238 - S 5 - Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum

 

Tiroler Neue Zeitung 1946, Nr. 202 - S 3 - Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum


Tiroler Tageszeitung 1990, Nr. 151, S 4 - Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum


Der Standard 1990, Nr. 493, S 5 - Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum

 

http://forum.axishistory.com/viewtopic.php?f=38&t=36486&start=15 - view 15.07.2009


http://www.denkmalprojekt.org/2009/innsbruck-mariahilf_eg_wk1u2_tirol_oe.htm


http://www.petschenga-parkkina.de/Kam(HP)/Kam-W.htm - visit 04.11.2012

 

http://www.musikland-tirol.at/ARGE-NS-Zeit/index.html


 

© 2000 - 2016 Manfred Mühlmann